Igel – Update 9

Jetzt habe ich auch Badephotos! Und Makros mit Sonnenlicht!

Gestern waren wir wieder beim Tierarzt. Da gab es einen frische Spritze und die Anweisung, weiter in Kamille zu baden. Das habe ich gestern Abend dann gemacht:

Dabei habe ich Spiky dann auch den Rücken mit Tee übergossen. Als Nebenprodukt der therapeutischen Kamillenbäder könnte sie ja auch ein bisschen sauberer werden… Der Bodensatz der Badeschüssel war diesmal schon weniger üppig als beim letzten Bad. Unsere kleine Igeldame wird inzwischen ganz schön proper. Die eingefallenen Flanken haben sich aufgefüllt – sobald die Wunde verheilt ist, steht einem Winterschlaf nichts mehr im Wege.

Bevor wir gestern zum Tierarzt gefahren sind, habe ich ein paar Photos gemacht, primär als Beitrag zum MacroMonday bei Flickr https://www.flickr.com/groups/macromonday/pool/ Mein Beitrag dazu:

Igelstacheln

Aber auch so sind noch ein paar Bilder dabei rum gekommen, die ich hier zeigen möchte:

Gerade habe ich gesehen, dass das folgende Bild gestern auf der Explore- oder Entdecken-Seite von Flickr war, was für mich eine große Ehre ist, wenn ich mir die Qualität der dortigen Bilder ansehe. Da es eher originell als brillant ist, hat es nicht so schrechlick viele Sternchen bekommen, ist aber in meiner privaten Hitliste auf Platz 1 gegangen 🙂 Kleiner Triumph eines kleinen Hobby-Photographen…

Igelstacheln
Igelstacheln

Igel – Update 8

So, liebe Igelfreunde, sieht ein beleidigter Igel aus:

Gestern waren wir mal wieder beim Tierarzt, der war noch nicht richtig zufrieden und hat Bäder in Kamillentee verordnet. Mein Mann ist dann gleich losgesaust und hat aus der Apotheke Kamilleblüten geholt. Heute war dann Badetag. Ich habe sicher kein Drama von der Dimension „Katze baden“ erwartet, aber doch viel Gekrabbel um aus der Badeschüssel rauszukommen. Aber was tatsächlich geschah, war ausgesprochen antiklimaktisch…

Der Reihe nach. Mein Mann hatte mir zwei Gefäße bereitgestellt, einmal die alte Kartoffelschüssel von meiner Oma (wo die rohen Kartoffeln drin aus dem Keller geholt wurden) und dann noch einen rechteckigen Putzeimer. Den ersten Versuch habe ich mit der Schüssel gemacht – im Panikfalle würde sich der Igel in der flacheren Schüssel nicht so hoffnungslos eingesperrt fühlen wie in dem viel höheren Putzeimer. Ich habe also 1l Kamillentee aus 25g Kamillenblüten gekocht, diesen dann mit kühlem Wasser auf dezent handwarme fünf Liter verdünnt und dann den Igel vorsichtig hineingesetzt. Ohne Strampelei, ohne Versuche rauszuklettern oder an meiner stützenden Hand hochzuturnen. Linke Pfote (gesund) und Schnauze ruhten in meiner linken Hand, mit der rechten habe ich gelegentlich leichte Strömung unter dem Bauch erzeugt, damit weggespült wird, was immer weggespült werden kann. Wäre seine Atmung nicht etwas beschleunigt gewesen, man hätte fast vermuten können er genießt das. Er ist übrigens ein Mädchen. Dazu weiter unten. Zwischendurch konnte ich den Igel den Unterkiefer bewegen spüren, und einmal hat er eine halbe Runde gedreht, aber sonst fast andächtige Ruhe. Anschließend kam der Putzeimer zum Einsatz mit einer Lage Küchenrolle zum Abtrocknen. Als die vollgesuppt war mit genug Dreckwasser für einen Langhaardackel frisch aus dem nassen Herbstwald, gab es noch eine zweite und eine dritte Portion Küchenrolle, dann war das meiste Wasser aufgesaugt. Wie nach jedem Ausflug habe ich den Igel danach mitten in den frisch gereinigten Käfig gesetzt, und wie immer ging er schnurstracks in sein Häuschen. Normalerweise kommt er dann aber futtern wenn die Luft rein ist. Heute scheint das etwas länger zu dauern…

Mädchen. Bei genauerer Betrachtung stellt sich unser Igel also als eine Igeldame heraus. Auf der Suche nach einem Namen bin ich zunächst bei seinem wissenschaftlichen Namen gelandet – Erinacaeus europaeus – und habe davon „Erika“ und „Erna“ abgeleitet. Glücklich war ich mit beiden nicht. Und dann gab es bei flickr.com die Erleuchtung. Dort gibt es eine Gruppe, die sich jede Woche eine besondere Makro-Aufgabe stellt. Alle Gruppenmitglieder sind dann aufgefordert, frische Bilder zu genau diesem Thema einzureichen. Und das Thema dieser Woche lautet „spiky“ – stachelig. Damit waren zwei Dinge klar: Erstens reiche ich diese Woche ein Igel-Makro ein, und zweitens heißt unser Igelmädchen Spiky.

p.s.: Inzwischen hat Spiky übrigens gefressen – es ist also alles in Ordnung!

Der Malerweg No. 4 – von Menschenhand Geschaffenes

Bei vielen Orten weiß ich nicht mehr wo das war – nach wie vor fehlt mir die Energie zu recherchieren – falls also jemand was wiedererkennt – ich bin für Hinweise dankbar!

Die Gegend, in der ich wohne, ist zwar schon sehr lange, aber recht dünn besiedelt gewesen. In der Ortsmitte steht eine Kirche, nach dem Krieg kam für die Flüchtlinge eine zweite der anderen Konfession dazu, rundum ein Dorf, dass sich inzwischen zu einer Kleinstadt ausgewachsen hat und weit verstreut einzelne Höfe. Platz war hier nie ein limitierender Faktor, alles ist bis heute weitläufig und Parkplatzprobleme kennen wir hier nicht, nicht mal in historischen Altstädten… (in den Orten, die schon sehr lange Städte sind, sieht es ein kleines bisschen enger aus, aber auch nur ein kleines bisschen).

Ganz anders entlang der Elbe. Das enge Tal bot wenig Platz, während der Fluss mit seinen Möglichkeiten natürlich Ansiedlungen förderte – also rückt alles eng zusammen, und wo man auf dem platten Land ordentlich Platz um die Kirche lässt, hat man hier eine andere Vorstellung von Platz lassen.

Zum Marktplatz hin hat man aber trotzdem einen schönen, sicher so geplanten Blick auf die Kirche oben (und die Sonne war auf meiner Seite…):

Außerhalb der Ortschaften finden sich immer wieder vereinzelte Häuser. Die Geländestruktur macht das Bauen anspruchsvoll und die Lösungen gelegentlich sehr kreativ…

In einem Ort haben wir dieses Schmuckstück gefunden. Da wollte einer das Haus begrünen, ohne sich den Komplikationen von Haftwurzeln auszusetzen. Außerdem sieht man hier wieder, wie eng die Häuser zusammenstehen und an den Hang gebaut sind.

Auch andernorts greifen Architektur und Natur eng ineinander. Dieser Baum und die Mauer haben offensichtlich eine lange gemeinsame Geschichte:

Teils erobern Pflanzen künstliche Flächen zurück, teils wird die Natur bewusst integriert…

Diesen schönen Ofen, der eine Geschichte von kalten, harten Wintern erzählt, haben wir in einem Lokal auf dem Weg gefunden. Da es sehr heiß war an dem Tag, waren wir froh, dass er nicht an war – aber ich bin mit Kachelöfen aufgewachsen, und sie sind eine wunderbare Heizung!

Oben war ja schon ein Häuschen zu sehen, das einen Bachlauf überbrückt. Regenreiche Gegend + Berge macht Wasser zu einem wichtigen Faktor. Man kann es zum Beispiel aufstauen.

Damals, als ich die Aufnahmen gemacht habe, tat mir das Brautpaar wegen des trüben Wetters leid. Heute weiß ich, dass das nicht nur kein Problem ist, sondern dass das weiche Licht obendrein einen schönen Teint macht!

An vielen Häusern fanden wir auch Hochwassermarken. Anders als wie ich das in meinem Emmerich-Beitrag beschrieben habe, gibt es in den schmalen Tälern des Oberlaufes eines Flusses überhaupt keine Möglichkeit, dem Fluss Raum zu lassen oder gar Deiche zu bauen. Da muss man dann, wenn man die Stadt nicht aufgeben will, ab und zu mal durch…

Hier sieht man, wie wenig Platz oft neben dem Fluss ist:

Aber natürlich bestimmt nicht nur das Wasser die Architektur, sondern auch die Berge. Steile Berge laden ein, Festungen zu bauen! Mit vorindustriellen Methoden schwer einzunehmen, dabei ein guter Überblick über’s Land… Die ferne Burg ist – meine ich – die Festung Königsstein, die kleine weiß ich nicht mehr, aber da oben war ein Restaurant, in dem wir gut gegessen haben!

Von dem Aussichtsturm unten konnte man auf das Hotel sehen, in dem die Reise anfing und aufhörte. Das rote Auto ist unseres!

Kirchen von innen finde ich immer sehenswert. Die erste ist die von ganz oben, die zweite gehört nicht mehr zum Malerweg – es ist die Frauenkirche in Dresden, wo wir auch noch einen Tag verbracht haben. Was man deutlich sehen kann: Das hier ist kein Gelänge für Kompaktkameras und Programmautomatik…

Zum Schluss noch ein paar Bilder ohne Zusammenhang, die ich aber trotzdem zeigen möchte!

Der Malerweg No. 3, oder der Instinkt eines Theobromin-Süchtigen

Der heutige Ort war leicht zu rekonstruieren. Erstens wollte mein Mann ein Photo von diesem Bushaltestellenschild haben:

Darauf ist zweifelsfrei „Thürmsdorf“ zu lesen.

Zweitens sind wir dort eingekehrt, und zwar in diesem wunderbaren Laden:

Zumindest das Bild in voller Auflösung lässt unschwer den Schriftzug „Schokoladenmanufaktur & Cafe“ erkennen. Da gab es dann kein Halten mehr. Theobromin ist die sexy kleine Schwester des Coffeins und der Stoff, der in der Schokolade glücklich macht (als wäre Fett + Zucker nicht genug…). Die Kakaopflanze heißt auf schlau „Theobroma cacao“ , wobei Theobroma für „Speise der Götter“ steht – der einzig wahre Name für diese Köstlichkeit. Inzwischen habe ich den Laden auch im Internet gefunden: https://www.adoratio-schokoladenkunst.de/locations/manufaktur-schokoladencafe/

Mein Mann stöbert grad in der Karte

Was soll ich sagen… es war köstlich! Schokolade ist natürlich immer gut (Suchtstoff halt), aber es gibt bessere und schlechtere, diese hier war besser.

Da wir auf einer Wandertour waren, musste ich mich beim anschließenden Einkauf sehr beschränken – zumal es mein Mann war, der den Rucksack trug, fünf Kilo zusätzlich waren ihm nicht vermittelbar. Der Gedanke, später online nachzuordern war da, aber, wie Alltag so ist, daraus ist nichts geworden. Zum Glück gibt es den Laden immer noch, und ich werde das heute nachholen!

Dieser Abstecher hat sich eindeutig gelohnt… Zum Schluss noch ein paar Impressionen von und ums Café und aus Thürmsdorf:

Igel – Update 7

Gestern war es wieder Zeit für die Antibiotika-Spritze. Diesmal war der Igel agil genug, um zu versuchen aus seinem Karton herauszuklettern. Das ist eindeutig ein gutes Zeichen, aber beim Autofahren lästig… Morgen muss er wieder hin, da muss ich einen höheren Karton nehmen.

Anlässlich des Tierarztbesuches habe ich ihn auch gewogen: 830g – er fängt an, sich schwer anzufühlen. Auch ein gutes Zeichen. Wenn ich den Stall heute saubermache, werde ich ihm mal unters Röckchen gucken und das Geschlecht bestimmen. Dann bekommt er auch einen Namen. Normalerweise bekommen Wildtiere bei mir keinen, damit ich mein Herz nicht zu sehr dran hänge. Aber DER Zug ist natürlich sowieso längst abgefahren, also kann er auch einen Namen kriegen. Vielleicht gibt es auch wieder Bilder.

Der Malerweg No. 2 – Tierwelt

Eigentlich sind wir wegen der Landschaft in die Sächsische Schweiz gereist. Aber ich wäre nicht ich, wenn mir nicht auch ein paar Tiere vor die Linse gekommen wären. Auch hier wieder technische Schwächen bei den Bildern, wofür ich um Nachsicht bitte (Kompaktkamera + keine Ahnung…) Den Luchs haben wir in einem kleinen Tierpark am Anfang unserer Reise gesehen. In freier Wildbahn ist das ein extrem seltenes Vergnügen – kein Tier, dem man zufällig begegnet, das weiß der Luchs zu verhindern! Dieser hier war an Menschen gewöhnt und sehr entspannt. Heute wüsste ich, die ich den wenig kleidsamen Zaun „verschwinden“ lassen könnte, ohne wie im rechten Bild durch die Maschen zu zoomen, was die Kamera wegen des schwachen Lichtes heillos überfordert hat…

Weitere Tiere hinter Zaun waren dann noch viel zahmere Schafe. Die weiße Truppe besteht überwiegend aus Mutter mit zwei Lämmern. Im letzten Bild hat man einen guten, wenn auch nicht salonfähigen Blick auf das Euter.

Deutlich spannender fand ich die folgenden Schafe. Es handelt sich vermutlich um Coburger Fuchsschafe, die ein kupferfarbenes Vlies haben – je jünger umso kräftiger gefärbt. Wie wir Menschen auch, können Schafe verschiedene Haarfarben haben. Weiß hat den Vorteil, dass man es leicht überfärben kann. Die bunten Schafrassen sind leider sehr selten geworden, und ihre Halter müssen sich für die Verwertung der Wolle etwas einfallen lassen – aber es gibt herrliche Decken, Schals, Pullover aus solcher Wolle! Außerdem ist die Struktur der Wolle oft anders als die weitverbreitete (und gute!) Merinowolle. Manche ist drahtiger als gewohnt, manche superflauschig (ich hab eine Decke aus Jacobsschafwolle…). Aber jetzt endlich die Schafe bei Sonnenschein!

Ein weiteres Säugetier ist uns begegnet, auch wenn es gedacht hat, wir sehen es nicht… 1. Suchbild, 2. Auflösung:

Kommen wir zu den Insekten. Danach habe ich noch viel weniger gesucht als nach Wirbeltieren, aber trotzdem ein paar gesichtet. Zuerst die Schmetterlinge. Neben Allerweltsarten wie Tagpfauenauge und Kohlweißling gab es auch eine Kaisermantel und die Raupe eines Abendpfauenauges (ohne Gewähr):

Dann hab ich noch eine Wildbiene (ohne Gewähr), einen Mistkäfer und Ameisenhaufen erwischt:

Bleiben wir noch ein wenig bei den fliegenden Tieren (ja, auch Ameisen gehören zu den Fliegern, auch wenn es bei ihnen nur die Staatsoberhäupter sind, die sich zum Hochzeitsflug in die Luft erheben, während die Arbeiterklasse flügellos ist). Die Vogelwelt war nicht so schrecklich ergiebig (nicht, wenn man vor ein paar Wochen auf Helgoland war…). Die Elbe wird von Stockenten besiedelt. Einmal Küken, einmal Halbstarke:

Auf dem folgenden Bild sind gar keine Vögel zu sehen und es steht auch nur stellvertretend für einen besonderen Vogel – ich HABE die Felswand photographiert, aber welche genau es war…

Das hier ist das Gelände, das Felsenbrüter glücklich macht! Manche Felsenbrüter sind nicht so schrecklich scheu, so dass sie sich auch in der Nähe des Menschen aufhalten. Und Menschen, das sieht man überall, bauen wunderbare Felslandschaften (= Häuser). Es gibt eine Reihe von Tieren, die diese Kunstfelsen als Nistplatz akzeptieren. Die bekanntesten sind sicher die von der Felsentaube abstammende Brief- und Stadttaube und der Turmfalke. Was wir hier im Elbsandsteingebirge gesehen haben, war aber eine wilde Kolonie von Hausrotschwänzen. Im Gegensatz zum Gartenrotschwanz brüten die nämlich nicht in Bäumen, sondern bevorzugen Felsen.

Heute würde ich mich natürlich mit dem Tele auf die Lauer legen… mit der Kompaktkamera war das ein sinnloses Unterfangen.

Der Superstar unter den auf dieser Wanderung gesichteten Vögel war aber eine Wasseramsel. Ich kenne Wasser amseln nur als sehr, sehr scheue Bewohner sehr, sehr klarer naturbelassener Bäche. Diese hier – und sie war nicht die einzige – gat sowohl Menschen, als auch Uferbefestigungen akzeptiert. Auch wenn die Bilder nicht gut sind, ist offensichtlich, dass sie sich von mir nicht stören ließ. Wer die Wasseramsel nicht kennt (ist halt kein typischer Gartenvogel): Wasseramseln suchen ihre Nahrung in Fließgewässern. IN Fließgewässern. Sie gehen tauchend auf dem Bachboden auf die Suche nach Insektenlarven…

An einer Mauer, die schön mit Flechten bewachsen war, habe ich dann noch diesen Schatz gefunden: Eine Zauneidechse. (Falls es doch eine andere Echse sein sollte, bitte ich um einen Hinweis – ich habe mich sehr lange nicht mit dem Thema beschäftigt).

Das war’s für heute vom Malerweg. Ich hab noch Bilder genug, es kommt mindestens noch ein Beitrag (und viele schöne Erinnerungen für mich … )

Exoten an der Lutter

Die Lutter ist ein Bach, der an Marienfeld vorbei führt, dort haben M., Lenny und ich heute einen Spaziergang gemacht. Blauer Himmel, goldenes Laub…

Aber zuerst ging es ein Stück durch ein Gehölz zwischen Wiesen. Da ist mir doch glatt einer ins Bild gesprungen!

Der Weg war sonnendurchflutet und wurde im Laufe der Zeit immer schmaler – ein typischer Weg, der nur existiert, weil Menschen ihn gehen!

Lenny war der brombeerbewehrte Trampelpfad zu mühsam – er hat uns rechts auf dem Feld überholt. Anschließend stand er schmachtend auf der Lutterbrücke, bis M. ihm einen Weg hinunter zum Wasser zeigte. Dort hat er nicht nur seinen Durst gestillt, sondern sich gleich bäuchlings ins kühle Nass gelegt. MITTE NOVEMBER!

Wir sind dann eindlich ein Stück an der Lutter entlang gegangen, die Sonne schien immer noch, es war still, kaum andere Menschen unterwegs!

In der Ferne lockte uns dann ein exotischer Anblick: Eine Herde Alpakas! Ich wusste zwar, dass es hier einen Alpaka-Hof gibt, war aber schon lange nicht mehr in dieser speziellen Ecke von Marienfeld und hatte die Tiere noch nicht aus der Nähe gesehen. Als sie uns sahen, war ihre Aufmerksamkeit sofort – nicht auf uns, sondern nur auf den Hund gerichtet!

Lenny ist ja ein erfreulich gelassener Hund. Er hat sich kurz oberflächlich für die fremden Wesen interessiert und dann war’s gut. Obwohl er nicht gebellt hat, nicht herumgesprungen ist oder sonstwie sich erschreckend verhalten hat, sind die Alpakas mehrfach kurz geflüchtet, kamen aber immer wieder neugierig zurück!

Alpakas haben sehr bewegliche und agile Ohren:

Unter solchen Umständen kann man sich das Licht und den Hintergrund nicht aussuchen. Ich musste nehmen was da war, und dabei hat mir im Gegenlicht der helle Lichtsaum um die Tiere herum gefallen:

Ein Kalb war entspannt genug um zu trinken, während der bedrohlich-interessante Hund auf der anderen Seite des Zaunes lauerte:

Gut konnte man an ihren Blicken beobachten, wie die Aufmerksamkeit mit dem Hund weiter wanderte, ganz selten würdigte mal eines MICH mit einem Blick:

Für ein paar Portraits hat es auch noch gereicht, obwohl da noch Luft nach oben ist. Der Hintergrund ist zu scharf, und die schönen Augen kommen kaum zur Geltung…

Und dann war es Zeit heimzukehren. Die Alpakas verloren das Interesse an uns als wir weitergingen und widmeten sich wieder vollumfänglich dem Gras:

Zurück in der Siedlung habe ich noch diesen schönen Hahn gesichtet:

Wenn in den nächsten Tagen schönes Licht ist, will ich mit etwas mehr Ruhe und Verbesserungsideen nochmal hin 🙂

Igel – Update 6

Gestern war ich mit unserem kleinen Stinker dann wegen der Pfote beim Tierarzt. Dort hat er sich benommen, wie sich fast alle Tiere beim Tierarzt benehmen: Ablehnend. Im Falle eines Igels heißt das Stachelkugel. Die Pfote zu untersuchen und die Wunde zu reinigen war also nicht ganz einfach und verlangte drei Hände. Ich hab dem Igel also mit einem scherenähnlichen, NICHT scharfkantigen Teil, dessen Name ich nicht kenne, den Kopf hochgebogen, während die Tierärztin ihn in einem Handtuch auf dem Rücken liegend hielt und mit Wattestäbchen… Details will wahrscheinlich keiner, Bilder auch nicht.

Auf jeden Fall gab es hinterher eine Spritze mit einem Antibiotikum, weil es schwierig ist, Igeln Tabletten zu geben (auch andere Tierarten haben starke Instinkte und effektive Methoden dagegen. Wer sich ein Bild davon machen will und einigermaßen Englisch versteht: https://www.atimetolaugh.org/howtogiveacatapill.html ). Der Igel muss nun alle zwei Tage zum Tierarzt wegen einer neuen Spritze und soll zwischendurch möglichst sauber gehalten werde. Wie schon erwähnt, ist dieser Igel ein offener Feind von sauber – ich erwäge, die Zeitung im Käfig zweimal täglich zu wechseln, muss aber vorher ein oder zwei weitere Zeitungsabonnenten auftreiben… Schon jetzt verbraucht er die Zeitungen von zwei Haushalten.

Der Appetit ist nach wie vor gut, ich traue mich nicht, auszuprobieren WIE gut. Igel sollen natürlich nicht überfüttert werden und gleichmäßig, in vernünftiger Relation zur Körpermasse zunehmen. Bei Jungigeln haben sich die die 100g-Katzenfutter-Schalen bewährt. Bei diesem offensichtlich älteren Igel sind wir zu 400g-Dosen übergegangen, von denen er eine halbe täglich kriegt – und dabei keinen Krümel übrig lässt und trotzdem nur mäßig zunimmt.

Fortsetzung folgt.

Der Malerweg No. 1

Sandsteinfelsen

Bei „Sächsische Schweiz“ denken die meisten Leute an Bilder wie das oben: Bizarre Felsen, die aus dem Wald ragen, gern mit Nebel oder Wolken… Wir sind nicht die erste Generation, die diese Lanschaft überaus anziehend findet. Im 19. Jahrhundert zog es schon die Maler der Romantik in diese Gegend. Ihnen ist der Malerweg gewidmet, ein einige Tagesetappen langer Wanderweg, der teils historischen Pfaden folgt und zu den wichtigsten landschaftlichen Sehenswürdigkeiten führt.

Mein Zugang zur Sächsischen Schweiz war allerdings ein anderer, nicht Maler, nicht Photographen, sondern ein Freund der Familie meines Vaters, die aus Sachsen stammt. Wir waren ungefähr 1980 in der DDR auf Familienbesuchsreise, da haben wir unter Führung eben jenes alten Freundes einen Ausflug in das Elbsandsteingebirge gemacht. Wir haben ein paar Aussichtspunke aufgesucht, und ich war hingerissen! Und dabei völlig ahnungslos, dass ich mich in ehrwürdiger Tradition befand. Ich weiß noch, dass ich dem Mann aus übervollem Herzen gesagt habe, dass das der schönste Tag meines Lebens gewesen sei! Heute würde ich das etwas abmäßigen zu „einem der schönsten Tage meines Lebens“, aber ja, das war er. Und ich wusste damals schon, dass ich eines Tages wiederkommen müsste!

Ein paar Jahre später begegnete ich dann im Kunstunterricht einem berühmten Gemälde von Caspar David Friedrich: Der Wanderer über dem Nebelmeer

Quelle: Wikipedia

Ohne jetzt in die Diskussion einzusteigen, wo genau Friedrich da gestanden hat – jeder, der schonmal in der Gegend war, erkennt sie sofort wieder! Und da schloss sich der Bogen – Romantik – Malerei – Elbsandsteingebirge…

Es hat allerdings sehr lange gedauert, bis ich endlich wieder hin gekommen bin. Mein Mann hatte zufällig gerade einen Bericht über das Gebiet im Fernsehen gesehen und war sofort bereit, unseren nächsten Urlaub dort zu verbringen, als ich es vorschlug. Wir sind tatsächlich weite Teile des Malerweges gegangen, mit Gepäcktransport und jede Nacht in einem anderen Hotel. Die Details habe ich weder geistig präsent, noch habe ich grade Lust Infos wo auch immer zusammenzusuchen. Ich möchte heute einfach ein paar schöne Landschaftsbilder zeigen.

Die Elbe hat ein tiefes Tal in den relativ weichen Sandstein geschnitten. Da wo am Ufer Platz zum Felsen ist, liegen kleine Städtchen und Wiesen:

Auch abseits der Elbe spielt Wasser eine wichtige Rolle – kaum eine Schlucht ohne Bachlauf, zumindest wenn oder kurz nachdem es geregnet hat – im Sandstein versickert Wasser sehr schnell, steile Stellen weit oben bekommen für Dauerwasser einfach nicht genug Nachschub.

Wasser, Frost und Baumwurzeln haben diese bizarre Landschaft geschaffen!

Apropos bizarr: Auf dieser Reise habe ich meine Photopausentechnik entwickelt. Während mein Mann täglich mit dem Fahrrad zur Arbeit fuhr, war ich ziemlich bequem geworden. Seine Kondition war also viel besser als meine. Während er mühelos voraus eilte, japste ich nach Luft, musste stehenbleiben… naja, um nicht jedesmal rufen zu müssen „Bleib stehen, ich kann nicht mehr!“ habe ich einfach reichlich photographiert. Damals habe ich erstmals um die 100 Bilder pro Tag gemacht und fand das wahnsinnig viel! Beim Betrachten hinterher war mein Mann allerdings vielfach überrascht – wo war das denn? Das hab ich gar nicht gesehen! Ich sollte sicher dringend wieder mehr Sport machen, aber die Photopausen werde ich mir trotzdem nicht nehmen lassen!

Wege… Die Sächsische Schweiz ist früh touristisch erschlossen worden. Neben normalen Waldwegen gibt es steile Strecken mit eisernen Treppen und Geländern, aber auch schmale Pfade zwischen Felsen hindurch. Wege sind immer wieder ein dankbares Motiv!

Was mir bei der Betrachtung dieser „alten“ Bilder natürlich auffällt, sind technische Schwächen. Mit meiner Bildkomposition, der Auswahl der Motive bin ich durchaus nicht unzufrieden, aber viele Bilder könnte ich heute besser photographieren. Natürlich habe ich inzwischen eine bessere Kamera, aber – das lehrt der Blick auf die ältesten Bilder mit eben dieser „besseren“ Kamera – man muss sie auch beherrschen. Daran arbeite ich natürlich immer noch, aber ich habe schon dazugelernt.

Zwingend in einen Blog über die Sächsische Schweiz gehört der typische Fernblick über oder auf die Felsen, gern auch mit Festung oben drauf:

Der Wald wird vielerorts sich selbst überlassen. Die steilen Hänge, der eher trockene Boden bringen eine ganz typische Vegetation hervor. Hier also ein paar Wald-und Pflanzen-Bilder (ich hab noch mehr!)

Ein paar von den Bildern hat übrigens mein Mann gemacht. Einen Tag wollte er nochmal los und ich nicht. Da ist aus Mitleid wenigstens die Kamera mitgegangen, dass der Mann nicht so allein ist…

Morgen gibt es mehr – die sächsische Schweiz hat nicht nur Landschaft zu bieten!

Mit dem Hund in den Wald – 300 Photos gelöscht

Heute Vormittag lockte mal wieder die Sonne und der Herbstwald. Den Hund musste man nicht lange überreden. Ich hab das Zoomobjektiv mitgenommen, sonst nichts, unbeschwert sollte es sein. Die Bäume verlieren langsam so viel Laub, dass ich nach einem anderen Motiv suchte – und ich hatte ja eins dabei. Hund im Wald:

Hunde zu photographieren ist relativ anspruchsvoll, sie bewegen sich mehr als Pflanzen und sind schlechter lenkbar als Menschen. Lenny hier was ausgesprochen uninteressiert, mal in meine Richtung zu gucken, selbst wenn ich ihn gerufen habe. Er ist halt ein alter Hund, nicht mehr so begeisterungsfähig, und ich bin eindeutig auch nicht sein Lieblingsmensch.

Hier zeigt sich der Charakter eines Weitwinkel-Objetives – die Propotionen wirken verzerrt. Für eine lustig dicke Nase ist das Objektiv nicht Weitwinkel genug und die Nase nicht genug Richtugn Linse…

Das nächste Problem ist der Bewegung des Hundes geschuldet. Weder ich noch die Kamera können immer schnell genug scharf stellen, so dass ich viele Bilder schlicht wegen Unschärfe löschen musste. Aber hier sind ein paar mit laufendem Hund, die einigermaßen scharf sind:

Hier zeigt sich natürlich noch eine andere Herausforderung: Dieser Hund hat eine Herbstlaub-Tarnfarbe… wir zwei müssen wohl die Tage mal eine schön grüne Wiese aufsuchen!

Lennys persönliches Highlight war sicher die Begegnung mit diesem kleinen Herrn:

Unterm Strich – nicht schlecht, aber gleichzeitig ein Auftrag für Wiederholung mit mehr Geduld und geeigneterem Hintergrund!

Schön war es trotzdem 🙂