Ein Katzenjahr

Vor ziemlich genau einem Jahr habe ich eine kleine, sehr kranke Katze von der Straße aufgelesen. Das habe ich hier im Blog schon erzählt und auch was sonst so los war mit ihr. Heute gibt es einen kleinen Bilderspaziergang durch dieses Jahr mit Gina.

Bilder von Tag 3: Verquollene Augen, verklebte Rotznase, aber sehr hungrig und sehr verschmust!

Die nächsten Tag wurde es langsam besser, und die Kleine fing an zu spielen! Außerdem trug sie nach jeder Mahlzeit einen niedlichen Kugelbauch durch die Gegend…

Zu den großen Abrenteuern gehörten natürlich die Begegnungen mit Lenny, der dem neuen Familienmitglied mit gemischten Gefühlen gegenüber stand, aber auch spannende Ausflüge in den Garten.

Es ist nicht zu übersehen, dass aus dem tapsigen Kätzchen langsam ein Katzen-Teenie wird.

Das nächste große Ereignis ist, dass eine zweite kleine Katze bei uns einzieht: Paula. Es hat ein bisschen gedauert, bis sie Vertrauen zu Gina gefasst hat und sich mit Lenny zu arrangieren wusste. Heute sind Gina und Paula ein tolles Paar. Der anfängliche Futterneid hat sich gelegt, sie spielen oft zusammen fangen und entwickeln dabei – und bei anderen Gelegenheiten – ganz neue Nutzungsformen von Möbeln… IMMER spannend: Das Katzenkino vor der Terassentür.

Inzwischen hat Gina keine Milchzähne mehr und wirkt auch sonst, vor allem im Vergleich zu Paule, ein ganzes Stück erwachsener. Dann wurde es Winter (erster Schnee), Weihnachten (sparsamste Weihnachtsdekoration und der wenig ergiebig Versuch, hübsche Katzen-Weihnachtsphotos zu machen). Die Augen sind schön klar und scheinen keinen Schaden davongetragen zu haben, auch wenn sie manchmal tränen.

Es folgte eine sehr arbeitsreiche Zeit mit wenig Photos – wir sind kurz im Schnee und dann gleich im Frühling und Frühsommer. Schon lange ist kein Baum vor ihr sicher, die Leidenschaft für hohes Gras ist mit dem nächsten Gras-Jahrgang wieder aufgetaucht.

Der Vergleich zeigt, wie groß und gesund sie geworden ist!

Diese Katze aufgelesen zu haben gehört zu den besten Dingen, die ich je gemacht habe. Gina – es ist schön, dass es dich gibt!

Weil ich Paulas Geburtsdatum kenne, gibt es in ein paar Wochen schon den Geburtstagsrückblick für Paula!

Der neue Kratzbaum

Endlich sind Ferien und unsere Katzenmama hat Zeit, uns zu zeigen, wie man einen Blog schreibt! Heute melden sich also zwei neue Autoren zu Wort: Gina und Paula!

Warum wir schreiben? Weil wir uns für ein wundervolles Geschenk bedanken wollen! Aber der Reihe nach.

Vor einigen Wochen entschieden unsere Katzenmama und unser Katzenpapa, dass der alte Sessel, der auf dem Weg zwischen Küche und Wohnzimmer stand, seinen Dienst getan hatte. Das Leder war verschlissen, die Polster durchgesessen, es wurde Zeit für etwas Neues. Obwohl es sich um Katzenpapas Lieblings- und Fernsehsessel handelte, haben sich die beiden entschieden, stattdessen einen Kratz-Kletter-Aussichts-Schlafbaum für uns hinzustellen – na, da muss man doch „Danke“ sagen, oder?

Unser neuer Kratzbaum hat mehrere große Kratzflächen aus einem sehr verführerischen, angenehmen Material, eine große, gepolstere Schlaffläche und zwei menschanarmdicke Äste, die ebenfalls mit dem Kratzmaterial bespannt sind, so dass man wunderbar mit ausgefahrenen Krallen daran herumturnen kann. Ganz oben gibt es eine lange, schmale gepolsterte Aussichtsfläche, von der aus man den Blick in Küche, Wohnzimmer und Garten hat. Perfekt! Und so sieht er aus:

Vielen, vielen Dank, Katzenmama und Katzenpapa!!!!!

Eure beiden Lieblingskatzen Gina und Paula

Zootiere – Vögel

Vor ein paar Tagen war ich endlich mal wieder im Zoo. Und zwar in Münster, im Allwetterzoo. Ich war als Kind schonmal da – bei Wetter, wo man das Allwetterzoo-Design tatsächlich brauchen konnte. Diesmal war es kühl, heiter bis wolkig, aber trocken. Draußen in der Kassen-Schlange bot sich direkt das erste Photomotiv: Ein Storchennest!

Kaum war ich drin, bemerkte ich meine erste Panne: Nach den warmen letzten Tagen habe ich nicht daran gedacht, dass man Mitte April eine Jacke benötigt. Meine erste Tat war also, mir im Zoo-Shop einen Pullover zu kaufen (mit lebensgroßem Tigerkopf, allesTon-in-Ton blau, Bio-Baumwolle). Der ist von innen schön kuschelig – der Tag kann kommen!

Zweite Panne: Ich hab – schon wieder – meinen Photo-Enthusiasmus unterschätzt. Drei 32-GB-Speicherkarten waren zu wenig. ICH HABE BEKLOPPTE 2500 PHOTOS GEMACHT!!!! Man sollte meinen, dass in einem Zoo, wo Tiere nah sind, meistens faul rumliegen, das Licht mitspielt, es nicht nötig ist, so viele Serienbilder zu machen. Pustekuchen. Es war vielleicht nicht nötig, aber ich habe es gemacht. Die Hauptarbeit für diesen Blog war, zuerst mal die unnötigen und die misslungenen Bilder zu löschen – von 2500 kam ich dann auf immer noch 600 – und diese dann auf die präsentierbaren einzudampfen. NIEMAND will 600 Photos sehen, nicht mal wenn sie Weltklasse sind (und meine sind ganz sicher nicht Weltklasse). Ich bin dann bei rund 250 gelandet. 250 sind immer noch viel zu viel für einen Blog… also gibt es diesmal drei Blogs – Vögel, pflanzenfressende Säugetiere und fleischfressende Säugetiere (zumindest ist das grad der Plan, vielleicht werden es auch mehr…). Wie man sieht, habe ich nicht den ganzen Zoo gesehen (als die dritte Speicherkarte voll war, bin ich gegangen). Ich muss also nochmal hin.

Ziemlich am Anfang habe ich die Flamingos gesehen. Ich weiß nicht, ob jetzt tatsächlich die Zeit dafür ist, aber ich hatte den Eindruck dass sich bei ihnen der Instinkt der Balz-Choreographien regte, weil viele synchron die Schnäbel in die selbe Richtung schwenkten.

Ein besonders hübscher Vogel ist die Mandarin-Ente. Hier gab es drei Männchn im Prachtkleid. Weibchen waren keine zu sehen, aber angesichts der Bruthöhlen in der Voliere vermute ich, dass die Damen bereits brüten. Mandarinenten brüten bizarrerweise in Baumhöhlen!

Und dann kam der photographische Glücksfall. Zwei Erpel haben sich geprügelt. Zu schnell für die Lichtverhältnisse um scharfe Bilder zu bekommen, aber man bekommt einen Eindruck.

Mandarinenten sehen so hübsch, klein, fast zierlich und niedlich aus. Aber die Erpel können ausgesprochene Rüpel sein…

Von diesen eher kleinen Vögeln geht es jetzt weiter zu richtig großen – Geier (ich hab leider nicht nachgesehen um welche Art es sich handelt. Falls es jemand weiß: Her damit!)

Mit den Geierns vergesellschaftet war der Sekretär:

Und wo wir schon bei den großen Vögeln sind: In Zoos leben ja nicht nur Zootiere, sondern auch eine Reihe heimischer Wildtiere, für die das ein guter Lebensraum ist. Da sind zunächst mal Weißstörche. Die ersten habe ich am Eingang gesehen. Dieser hier lief mir über den Weg:

Der Zweig im Schnabel spricht von Brutgeschäften. Ich habe eine Tierpflegerin gefragt – letztes Jahr haben 23 Paare im Zoo gebrütet!

Auch andere heimische Vögel leben hier. Selbstverständlich die allgegenwärtigen Spatzen:

Diese Dohle traut sich ins Elefantengehege – man beachte die Fußabdrücke!

Vorher hat sie sich von sicherer Warte aus umgeschaut:

Und hier scheint der Brutplatz zu sein:

m Wasser findet sich natürlich das übliche Wassergeflügel ein. Es fehlt der Haubentaucher, da war ich nicht schnell genug.

Und diese junge Entenfamilie war auf der Jagd. Während Mama an der Wasseroberfläche schnabulierte, waren die Kleinen im Sprint hinter Fluginsekten her, die sich dicht über dem Wasser aufhielten.

Womit ich nicht gerechnet hatte – mein Fehler, denn ihre Anwesenheit ist logisch – waren Graureiher. Der erste saß ganz entspannt bei den Pinguinen:

Normalerweise kenne ich Graureiher als sehr scheu, und nur, weil sie so groß sind, sieht man sie häufig. Aber dieser hier… vermutlich wusste er, wie die meisten echten Zootiere, dass ein Zaun eine sichere Barriere ist. Auch bei eher scheuen Tieren ersetzt der Zaun/das Käfiggitter/die Glasscheibe irgendwann viele Meter Entfernung, und die Fluchtdistanz wird entsprechend geringer. Dieser Graureiher weiß ganz sicher, dass es hier 1. regelmäßig leicht zu erbeutenden Fisch gibt und 2. Zoobesucher nicht ins Becken steigen. Also gibt es hier mal ein Graureiherphoto aus der Nähe:

einmal kräftig schütteln…

Eine weite Graureiher-Futterstelle war bei den Kegelrobben. Von Helgoland weiß ich, dass Kegelrobben wenig Interesse für Vögel zeigen. ICH würde da nicht so nah ran gehen… Diese beiden tauchten gegen Ende der Vorführung auf.

Beim ersten Reiher im Hintergrund waren sie schon zu sehen: Brillenpinguine. Wie alle Pinguine schwimmen sie mit beneidenswerter Mühelosigkeit.

Ein Liebespaar:

Auf Augenhöhe hinter der Scheibe, die mächtig verkratzt war.

Ohne Scheibe wird es etwas klarer, auch wenn der Blick dann von oben kommt.

Hier in Münster gibt es auch eine Pelikan-Kolonie. Faszinierend finde ich, wie sich diese Vögel mit einem so langen Schnabel und dabei relativ kurzem Hals putzen.

Für dieses Tier wollte ich keinen eigenen Artikel schreiben, und da es als Reptil evolutionsbiologisch den Vögeln nächer steht als den Säugetieren, kommt das Bild dieser Wasserschildkröte eben hier hin.

52 Bilder. Wer noch nicht genug hat: Im Laufe des Tages gibt es Nachschub aus den Reihen der Säugetiere.

Waldleuchten

Im Gartenschaupark in Bad Lippsrpinge gibt es derzeit eine Illumination. Da mussten wir natürlich wieder hin! Der „Nachteil“ von solchen Veranstaltungen im Frühjahr ist, dass es erst relativ spät dunkel wird. Der Vorteil liegt auf der Hand: Man kann sich orientieren, solange es hell ist, besonders, wenn man noch nie dort war. Also waren wir ein gutes Stündchen vor Sonnenuntergang dort.

Die Fontäne oben sollte ganz am Ende nochmal eine Rolle spielen.

Der Sinn eines Gartenschauparkes ist es auch, den Besuchern Gestaltungsmöglichkeiten zu zeigen. Solange es hell war, haben wir uns umgesehen:

In dem Teich, der mit Treppe als Schwimmteich ausgelegt ist, leben Molche! Die ersten, die ich seit Jahren gesehen habe! Dazu noch ein weniger seltener Wasserläufer.

Die Beleuchtung ist natürlich schon eingeschaltet, wirkt aber im Abendlicht noch etwas blass…

Erster richtiger Hingucker war ein Weizenfeld, in dem ein Hase saß:

Davor stand einladend ein Liegestuhl…

Noch etwas zu hell war es bei den Libellen, die zwischen Wald und Himmel schwebten.

Dann grüßte uns Arminius, bevor wir weiter durch den Wald streiften..

Kurz darauf kam eine Spaziergänger-Fütterung: Ein ausgesprochen gut organisierter Imbiss, bei dem wir typische deutsche Imbisskalorien tankten: Pommes frites (belgisch) mit Majonaise (französisch), Bratwurst (könnte tatsächlich deutsch sein) mit Curry (indisch)… Danach war es schon deutlich dunkler – eine nette Nebenwirkung der Pause. Die folgenden Figuren wurden von links beginnend nacheinander eingeschaltet, ich verzichte jetzt aber mal auf 127 Einzelbilder…

Der Weg führte nun tiefer in den Wald…

Bald kamen wir zu einer spannenden Inszenierung – leuchtende Spinnennetze zwischen den Bäumen! Und wenn man sich an die richtige Stelle stellte, dann liegen die Spinnen nicht mehr über Baumstämme, sondern über den Körper des mutigen Menschen! (Möglichst anklicken und vergrößert ansehen)

Kurz darauf lenkte ein Gesicht im Wald unsere Aufmerksamkeit auf sich:

Das Gesicht schaute sich tanzende Figuren im Wald an!

Und wir schauten uns das natürlich auch an!

Nicht nur wir, sondern nahezu jeder Besucher hatte alle Nase lang Kamera oder Smartphone vor der Nase. Und dabei war auffällig, wieviel Rücksicht die Leute aufeinander nahmen.

In der Ferne konnten wir ein Auge erkennen:

Aus der Nähe betrachtet war es ziemlich gruselig, weil es sich bewegt…

Es war an einer Brücke montiert, man konnte es also von der anderen Seite aus der Nähe betrachten, wo sich dann unsere Schatten auf der Projektionsfläche fanden.

Was so eine Illumination spannend macht, ist, dass man in der Ferne Dinge sieht, die sich noch nicht offenbaren. Hier eine Reihe von Lichtern, die nicht wirklich Sinn machen, mich aber zum Spielen verührten:

Und dann war da… Disco im Wald? Irrlichter??

Erschließen tut sich das vielleicht mit einem Video:

Die folgende Stelle habe ich in meinem Kopf sofort als „Glühwürmchenweg“ notiert.

Nicht alles hatte einen Zusammenhang, und da ich mit zwei Kameras mit verschiedener Uhrzeit photographiert habe, kriege ich nicht bei jedem Bild eine sinnvolle Reihenfolge hin. Hier eine Sammlung solcher Bilder:

Hier streifen Laserstrahlen durch den Wald:

Eine symbolträchtige Installation:

Hier spiegelt sich ein Technik-Skelett im Wasser. Im Hintergrund verführerische Spiralen, die wir uns noch genauer ansehen.

Diese Spieralen finde ich beaubernd schön! Und sie sind technisch nicht anspruchsvoll. Ich überlege, ob das nicht was für unseren Vorgarten ist.

Im Detail:

Mit Bokeh:

Und dann das:

Sowie Buchstaben im Wald:

In disem Park gibt es eine Kapelle, wo viele Menschen Kerzen angezündet hatte.

An mehreren Stellen gab es Projektionen. Teils waren halbtransparente Textilfläcjen aufgespannt, teils wurde auf den Boden projeziert, und eine war sogar intraktiv.

Gewässer laden natürlich immer wieder dazu ein, mit Spiegelungen zu arbeiten.

Diese Szene lud ein, mit Blende und Belichtungszeit zu spielen. Links Offenblende, kurze Belichtung, rechts kleine Blendenöffnung, laaaange Belichtung.

Erinnerst du dich, lieber Leser, an die Lampenreihe in der Ferne, mit der ich rumgespielt habe? Aus der Nähe war es eine beleuchtete Treppe!

Darauf folgte ein mit Narzissen gesäumter Weg, wo Inschriften auf Steinen angestrahlt wurden. Bestimmt ist das auch bei Tageslicht ein besonderer Ort.

So langsam schließt sich der Kreis, und wir nähern uns unserem Ausgangspunkt. Die blassen Wellen leuchten jetzt durch die Nacht!

Eine bizarre Skulptur erwacht zu glitzernder Schönheit!

Auf die Fontäne, die ich schon gezeigt habe, wurde zu Musik von Queen ein wildes Video projeziert. Wir haben uns die Fontäne von beiden Seiten angesehen, was einen Unterschied machte.

Auch hierzu ein Video:

Ein letzter Blick in eine beleuchtete Baumgruppe:

Es war ein wundervoller Abend! Wer das noch erleben möchte, hat nur noch kurz Zeit! https://www.gartenschau-badlippspringe.de/landesgartenschau/veranstaltungskalender/termine/2022-Highlights/2022_Waldleuchten.php

Von Wiesen und Wisent

Das Frühlingswetter lockte uns nach draußen, Fahrräder, Hund und drei Menschen. Die Fahrräder hatten irgendwie keine Wahl, der Hund auch nicht, war aber glücklich mitzukommen. Manche Strecken verbrachte er auf der Fahrrad im Körbchen, aber wo es ungefährlich und interessant war, durfte (und wollte) er laufen. An der Landstraße hieß es natürlich wieder aufsteigen.

Der Himmel war übrigens wirklich so blau.

Eigentlich mache ich nicht gern Radtouren, zumindest nicht mehr, seit ich viel photographiere. Mal eben für ein Bild stehenbleiben ist zu Fuß eine Kleinigkeit, mit dem Rad schon etwas mehr Aufwand, jedesmal hält man die ganze Truppe auf oder muss tüchtig strampeln um wieder Anschluss zu kriegen. Eine Gruppe Silberreiher schien den Aufwand wert zu sein.

Die Bilder sind erstaunlich unscharf. Seit heute – drei Tage später – weiß ich auch wieso. Ich habe das voll ausgefahrene Zoom vorne an der Frontlinse abgestützt, um das lange Ding ohne Stativ ruhig zu halten. Das mag es offensichtlich nicht. Offensichtlich braucht es bei der Länge und der nötigen Präszision der Linsenanordnung nur einen Hauch Verwerfung… egal. Jetzt weiß ich es, in Zukunft wird es besser.

Und wo ich schon dabei war, habe ich mich auch umgedreht, denn da war ein Gewässer:

Hierhin müsste man mit Tarnzelt und viel Muße nochmal wiederkommen – ich bin sicher, dass hier viel los ist, aber nicht, wenn drei Menschen und Hund daneben stehen und quatschen. Das Quatschen gehört selbstverständlich zu so einem Ausflug dazu! Und der Hund auch.

Felder und Wälder säumten unseren Weg. Erste Obstbäume haben sich in Schale geschmissen, über allem dieser unglaublich blaue Himmel. Est ist schön hier in Ostwestfalen!

Lenny ist oft schwer zu photographieren. Er hält nicht still, meidet mich aktiv, wenn ich ihm die Kamera vor die Nase halte, wird phasenweise schwerhörig, wenn ich seinen Namen rufe… aber diesmal habe ich ihn ganzn gut erwischt (ein fettes Tele hilft…).

Unser Ziel war ein Gehege mit Wisenten, eine eigentlich in Europa heimische Büffelart. Star des Tages war ein Kalb, das wohl gerede erst in der Nacht geboren wurde.

Mama immer in der Nähe:

Allerdings gab es eine Störung – drei Männer und ein Hund hatten vor, dem Kalb eine Ohrmarke zu verpassen. Soweit ich das beobachten konnte, interessierten sich Hund und Büffel nicht füreinander, aber die drei Männer wurden mit Argwohn betrachtet, und die ganze Herde machte sich auf, ihnen das Leben schwer zu machen…

Die Männer haben dann aufgegeben. Würde ich auch, wenn zehn 500-kg-Büffel mit Hörnern zwischen mir und meiner Aufgabe stünden.

Ich konnte mich nicht sattsehen, und meine Begleiter haben netterweise nicht gequengelt.

Details vom Maul.

Mein Mann kam angesichts der ziemlich kahlen Weide selbtverständlich auf die Idee, frisches Gras anzubieten (kein Tier in seiner Umgebung hungert…).

Wenn sie zahm sind, dann sind diese mächtigen Wildrinder eben doch nur Kühe… fand auch Lenny…

In einem Unterstand lag ein mächtiges Tier (Verdacht auf Bulle), der sich nicht aus der Ruhe brignen ließ.

Inzwischen waren die „bedrohlichen“ Menschen verschwunden, Kalb und Kuh hatten ein stilles Eckchen gefunden:

Und ich hab draufgehalten… eine kleine Auswahl:

Gesichter

Und auch wenn Bildbearbeitung nicht meine Lieblingsbeschäftigung ist, ein bisschen rumgespielt habe ich doch:

Irgnedwann war es dann genug, und ich willigte in den Aufbruch ein. Unterstützend dabei war der Ausblick auf eine Reisegruppe, die ich unbedingt ablichten wollte, wofür wir eilig eine Kreuzung erreichen mussten:

In der Nachbarschaft gibt es einen Eselhof (offensichtlich).

Unsere nächste Station war ein See, in dem Lenny gleich Erfrischung suchte.

Er war übrigens nicht der Einzige. Ein bildschöner Pudel zeigte, wofür Pudel gezüchtet wurden: Apportieren aus dem Wasser.

Die letzte Station unseres Ausfluges war dann Marienfeld, ein Stückchen an der Lutter entlang…

… und ein Besuch auf dem Friedhof, wo die Pflanzen ihre ganz eigene Osterbotschaft überbrachten.

Rügen – Heimreise

Die Koffer sind gepackt, der Boden gefegt – wie so oft, wenn es auf die Reise geht, bin ich früh wach. Es ist neblig! Da muss ich raus! Draußen begrüßt mich zuerst die Katze vom Katzentisch:

Und dann zum Wasser!

In dieser Richtung müsste eigentlich die Sonne aufgehen. Aber wer will schon Sonne, wenn es so schönen Nebel gibt?

Der Steg habe ich ja schon gezeigt. Ich hab hier viel mit Blende und Belichtungszeit gespielt, was aber wenig Unterschied machte.

Dann aber auch mal der Blick in die andere Richtung – dorthin waren wir am ersten Tag gewandert.

Eine Verheißung für wärmere Tage:

Und hier habe ich dann etwas entdeckt – Wasservögel!

Wenig Licht und Nebel machen es natürlich schwieriger, aber ich kann trotzdem melden: Gänsesäger!!

Dieser hat einen Fisch erwischt:

Gänsesäger sind bekannt dafür, dass sie, bevor sie tauchen, erstmal nachgucken, ob es sich auch lohnt:

Kleine Diskussion…

Auf dem Boot sitzt eine Silbermöwe, im Wasser weitere Gänsesäger. Die mit weißer Seite sind ausgefärbte Männchen. Alle anderen gezeigten sind entweder Jungvögel oder Weibchen.

Und dann ist das Auto gepackt, ich freue mich auf zu Hause, aber ich denke, ich werde nochmal wiederkommen. Dann im Sommer oder im Herbst, um noch eine andere Seite von Rügen kennenzulernen.

Auf der Heimfahrt gab es noch Insellandschaft zu betrachten. Hier gefiel mir die Baumreihe auf dem Hügelkamm.

In Hamburg habe ich meine beiden Begleiter wieder abgesetzt, der restliche Weg zog sich etwas – über 600 km an einem Tag machen mir keinen Spaß, stelle ich fest. Aber die Reise hat sich gelohnt! Es hat uns allen wirklich gut gefallen, und uns ist bewusst, das es hier noch sehr viel mehr zu entdecken gibt.

Rügen – Tag 5

Der einzige Pflichtpunkt auf meiner Rügen-to-do-Liste war der Nationalpark Jasmund. Bei verheißungsvoll gutem Wetter sind wir dort hin gefahren (es stellte sich dann heraus, dass ich einen Pullover zu viel angezogen hatte…). Zwei Dinge machen dieses Fleckchen Erde schutzwürdig. Der Buchen-Urwald und die Kreidefelsen.

Start war der Parkplatz „Nationalpark“, von da aus durch den Wald zum UNESCO-Welterbeforum (Waldhalle) und entlang der Küste zurück.

Los ging es mit Buchenwald:

Urwälder sind in Deutschland sehr, sehr rar. Das Land ist lange besiedelt, lange genutzt, durch Waldweide, Rodung für Landwirtschaft und Brennholz… nur sehr entlegene oder unwirtliche oder unwegsame Stellen wurden in Ruhe gelassen. Und da findet man eher anspruchslosere Baumarten oder Extremstandort-Spezialisten, und nicht die Rotbuche. Überrascht hat uns, dass an vielen Stellen sehr junger Wald stand, mit sehr wenig Totholz. Das sind vermutlich Entwicklungszonen, die erst seit relativ kurzer Zeit nicht mehr von Menschen genutzt werden. Weiter gab es Bereiche, in denen standortfremde Bäume gefällt worden waren und fast nur Buchen übrig geblieben sind. Und dann eben Zonen, in denen man ahnen konnte, wie so ein reiner Buchenwald aussieht – ohne Blätter ist das natürlich ein anderer Anblick. Bei uns zu Hause kommen Buchen eigentlich ausschließlich in Mischwälern vor, was auch schön ist, aber der Anblick von so vielen einheitlichen silbernen, kaum verzweigten schlanken Stämmen… eindrucksvoll!

Ein bisschen mehr Totholz:

Und ein bisschen mehr Urwaldstimmung

Wald mit Meer im Hintergrund:

Mein chronisches Lieblingsthema sind ja Blümchen und andere kleine Lebewesen. Da wäre zunächst das Leberblümchen. Anfangs sah ich nur die charakteristischen dreigelappten Blätter, dann aber auch Blüten. Bisher kannte ich das Leberblümchen – außer in unserem Garten – nur vom Leberblümchenweg https://irissime.wordpress.com/2021/04/05/leberblumchenweg/ Hier wuchsen sie nur vereinzelt, aber wir haben JEDES davon gefeiert!

In Buchenwäldern wächst am Boden nicht viel, weil das Blätterdach den größten Teil der Vegetationsperiode zu dicht ist. Aber ein paar übliche Verdächtige haben wir doch gefunden.

Unterwegs gab es einen Abstecher zu einem alten Grab. Die Steinbrocken sind von eindrucksvoller Größe – wie haben unsere Vorfahren die bewegt? Es ist auf jeden Fall ein ein drucksvoller Ort für ein Grab.

An einigen Stellen sammelte sich Wasser im Wald. Dort gab es dann keine Buchen mehr – sie mag es nicht nass, und Staunässe vertragt sie gar nicht. Schwarzerle konnte ich identifizieren, aber allzutief habe ich mich nicht in die Bestimmung unbelaubter Bäume vertieft… Im Sommer sind diese Stellen bestimmt sehr idyllisch, und im nebligen Herbst magisch!

Bald darauf kamen wir zu einem Haus, das Waldhalle heißt. Dort befindet sich eine kleine Ausstellung und eine Gaststätte, wo wir eine kleine Starkung zu uns genommen haben. Die heiße Schokolade kann ich empfehlen. Außerdem war das der Zeitpunkt, wo ich mein Tele „verloren“ habe. Alle folgenden Tele-Aufnahmen sind nicht von mir…

Danach waren es nur noch ein paar Schritte bis zur Steilküste. Aber: Ein Vogel hielt uns auf. Ein Singvogel. Stammesgeschichtlich gesehen. Nicht, dass er gesungen hätte. Mehr gekrächtst. Mit tiefer, sonorer Stimme – ein Kolkrabe! Und zutraulich dazu (ein Ehepaar, dass im Wald eine Rast machte, teilte ein Butterbrot mit ihm). Raben sind nicht zu verwechseln mit den viel häufigeren Krähen. Sie sind erheblich größer und gehören zu den intelligentesten und entsprechend anpassungsfähigsten Vögeln überhaupt. Sie wurden lange intensiv verfolt, waren in Deutshcland praktisch ausgerottet und kehren jetzt langsam wieder zurück. Im Osten sind sie häufiger als im Westen (wer hier regelmäßig liest, hat schon mitgekriegt, dass ich zu Hause auch schon vereinzelt Raben gesehen habe).

Und dann: Kreidefelsen! Im Hinterkopf habe ich da immer das berühmte Gemälde von Caspar David Freidrich. Der genaue Ort ist natürlich schon längst abgebrochen und vom Meer fortgespült worden. Im Wasser kann man sehen, wie der Küstenbereich von der Kreide getrübt ist. Übrig bleiben die dort eingebetteten Feuersteine. Die Kreide ist nicht sehr stabil und bricht durch Erosion immer wieder ab. Dann wird nicht nur ein bisschen Kreide nach unten gewaschen, sondern es brechen viele meterbreite Flächen ab und stürzen samt darauf wachsendem Wald 50 Meter in die Tiefe. Den Rand der Klippen darf man deswegen an vielen Stellen nicht betreten. Das Ganze sieht natürlich wild-romantisch aus!

Noch ein paar Wald-und-Meer-Bilder und eine Lärche, die ich hier nie und nimmer vermutet hätte!

Schiffe gab es natürlich auch zu sehen. Ich hab nur eins davon selbst gemacht, und das war eigentlich nur eine Scharftellübung durch dichte Zweite (hat geklappt).

Nicht Blümchen, aber andere Details, darunter viel Totholz:

Dann musten wir natürlich unbedingt zum Strand runter! Die „Kieselsteine“ sind übrigens faustgroß!

Auf dem Weg zurück zum Parkplatz kamen wir durch den Ort Sassnitz. Der zeigt die typische Bäder-Architektur und diese hübsche Kirche:

Es zog uns aber weiter zu einem Gasthof mit dem schönen Namen Drei Linden. Drei Linden standen auch vor dem Haus, allerdings noch kahl (noch ein Grund, im Sommer wiederzukommen). Das Essen war richtig gut! Die Aussicht auf den kleinen Hafen nett dazu. Und wir konnten – Mitte April, kein Gründ an den Bäumen – mal wieder draußen sitzen!

Danach haben wir den Hafen genauer betrachtet.

Ein Wasservogel zog meine Aufmerksamkeit auf sich:

Zunächst hielt ich ihn für einen Haubentaucher – langer Kopf, taucht ausdauernd, aber bei näherer Berachtung handelte es sich um einen Gänsesäger!

Leider hat es ihm zu lange gedauert, bis ich das Tele geholt hatte… Scharf habe ich ihn nicht mehr erwischt…

Links das Suchbild, rechts die Vergrößerung mit dem unscharfen Vogel…

Zum Nachtisch wollte ich dann wieder zum Café Starndkorb, wo der Kuchen gestern so lecker war. Eisbecher (fast fertig), Kuchen, Spatzenfütterung und die Sonne, die durch eine Wolke scheint: